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Latscho Drom ist ein Verein von Roma und Sinti und versteht sich daher als Minderheiten- bzw. Migrantenselbstorganisation (MSO). Satzungsgemäßes Vereinsziel ist die Förderung der Integration beider Minderheiten, wenngleich die Sinti als deutsche Staatsbürger und staatlich anerkannte Minderheit mit gänzlich anderen Problemen konfrontiert sind als Roma, die über die Staatsangehörigkeit eines anderen Staates verfügen. Hierbei unterscheidet sich wiederum ganz wesentlich die Situation derjenigen Roma, die Unionsbürger sind und daher einen gesicherten Aufenthaltsstatus besitzen, von derjenigen der Drittstaatenangehörigen, die nicht selten nur geduldet sind, womit ihnen staatlicherseits jegliche Integrationsangebote verwehrt werden. In einer vergleichbar schlechten Situation leben diejenigen Roma, die keine Staatsangehörigkeit besitzen oder de-facto-staatenlos sind.

Jeder Aufenthaltsstatus bedeutet somit spezifische Integrationsprobleme und besondere Herausforderungen. Aufgrund der strikten Marginalisierung und Diskriminierung der Roma in ihren Herkunftsstaaten und der nicht minder ausgeprägten Ausgrenzung in Deutschland (besonders im Bildungsbereich, gleichermaßen aber auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt), die die Roma mit den Sinti teilen, da nie zwischen beiden Minderheiten unterschieden wird und Sinti und Roma daher meist gleich (schlecht) behandelt werden, kommen weitere Faktoren hinzu, die eine erfolgreiche Integration in und die Teilhabe an der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland erschweren.

Hier setzt die Arbeit von Latscho Drom an, indem einerseits Hilfestellungen geleistet und die Integration eingewanderter Roma sowie die gesellschaftliche Partizipation deutscher Sinti durch gezielte und passgenaue Maßnahmen unterstützt wird. Wir vertreten dabei einen holistischen Ansatz, indem wir die von uns betreuten Familien durch Angebote für alle Altersgruppen und beide Geschlechter und somit die Einbindung der gesamten Familie zu erreichen suchen. Derzeit stehen dabei die beiden Arbeitsbereiche „Beratung – Betreuung – Begleitung“, bestehend aus Sozialberatung (inklusive Ämterbegleitungen und die Hilfe im Schriftverkehr mit Behörden, Arbeitgebern, Vermietern etc.) sowie die Jugendarbeit (Deutschkurse, Mädchengruppen, Freizeitangebote) im Vordergrund. Mit einer Reihe von Maßnahmen soll zudem der schulische Erfolg der betroffenen Kinder und Jugendlichen gefördert werden.

Da wir Integration als gesellschaftlichen Prozess verstehen, der von den Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft gleichermaßen getragen werden muss, sind andererseits die Öffentlichkeitsarbeit und kulturelle Angebote weitere Säulen unserer Vereinsarbeit. Ziel ist stets, gegenseitige Berührungsängste und Vorurteile, die bei Nicht-Roma gegenüber Roma und Sinti und umgekehrt, bestehen, abbauen zu helfen und Verständnis und Vertrauen aufzubauen. In diesem Zusammenhang sollen daher Foren geschaffen werden, in denen die Angehörigen der Minderheiten mit den Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft (auch mit denjenigen mit Migrationshintergrund) auf Augenhöhe begegnen, die Roma und die Sinti ihre Kultur durch Veranstaltungen aller Art, aber auch durch Vorträge und Publikationen vorstellen können und besonders auf der Ebene der Nachbarschaft konfliktfreie Umgangsformen eingeübt werden.